Nicht mehr nur sitzen

Er geht auf die Straße. Es riecht nach Marzipan und er freut sich auf die Menschen.

Er geht um zwei Ecken, seine Augen wissen wo sie den Getränkemarkt finden, sie schauen ihm zu, wie er sich eine Zigarette dreht. Im Laden kauft er sich sein Lieblingsbier, seine Hände wissen wo sie hin greifen müssen. Er schlägt den Weg zum Park ein, seine Füße laufen ohne dass er darüber nachdenken müsste. Er stößt den Rauch zielgerichtet nach vorne aus.

Sein Bier trinkt er an seiner Lieblingsecke, wartet auf sie. Doch sie kommt nicht, er weiß das, doch andere Optionen hat er nicht. So hört er weiter seine Lieblingsplaylist, er weiß sie wird nie zu Ende gehen.

Er wartet noch zwei Stunden.

In seinem Kopf packt er Geschirr aus Umzugskartons aus, manches zerbrochen, der Rest nicht abgewaschen. Doch das stört ihn gerade, in seinem Kopf, nicht. Nach dem Auspacken geht er raus, kauft sich in seinem Laden sein Lieblingsbier, trinkt es an seiner Lieblingsecke und wartet auf sie. Er möchte nicht nach Hause, doch wo ist der Sinn am Sitzen, wenn sie nicht da ist? Wo ist der Sinn darin seine Playlist zu hören, wenn sie sie nicht hört?

Nach langem hadern schlägt er nun doch den viel zu oft gegangenen Weg zu seinem Bett ein. Er fühlt sich gut dabei, aber dennoch weiß er, dass es so nicht weitergehen kann. So geht ein weiterer Tag vorüber, einen Plan hat er noch immer nicht.

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