Was gibt es schöneres als sein Portemonnaie zu verlieren oder einen Kater auf der Arbeit zu haben? Nichts? Und was wenn beides auf ein und den selben Tag fällt?
Sein Portemonnaie zu verlieren ist nah dran das uncoolste zu sein was einem widerfahren kann. Sowohl aus praktischer als auch aus ästhetischer Sicht. Die meisten Situationen in die man geschmissen wird, kann man wenigstens im Nachhinein so umdeuten, dass man noch etwas gelernt hat, eine weitere Erfahrung in seine Sammlung aufnehmen konnte. Die einzige Lehre, die man aus einem verlorenen Geldbeutel ziehen kann, ist, nicht mehr so verdammt verpeilt zu sein.
Also stellen wir uns einen Tag vor, an dem man mit einem Gefühl aufwacht, welches ein heißlaufender Akku durchgehend verspüren muss, um dann als erste Amtshandlung am Tag gepflegt sein Portemonnaie irgendeiner gierigen Sitzritze im Bus zu übergeben.
Man schleppt sich zur Arbeit, wird als allererstes einem kompletten Filmteam vorgestellt. Und während man gegen den Drang zu Reihern ankämpft wird einem mal wieder klar, dass man dringend Small Talk Unterricht nehmen sollte. Das Gestammel kann sich ja keiner anhören.
Danach besteht der Tag daraus abzuwarten, bis er wieder zu Ende ist.
„Heute gefällst du mir überhaupt nicht.“
hast Recht, ich mir auch nicht.
Es gibt Tage an denen das einzig gute das Wissen darum ist, dass sie vergänglich sind. So ein Tag war heute und man ist froh, dass morgen ein Anderer aufwacht als heute. Die Hoffnung, das man es schafft, in Zukunft nicht nur solche Tage zu haben, scheint dehalb nicht unbegründet zu sein. Also geht es erstmal weiter, wenn der Kater abklingt sieht man bestimmt schon klarer.