Meine Liebe zu Büchern ist im letzten halben Jahr wieder aufgeflammt, seitdem habe ich so viel wie noch nie gelesen. „Wilde Schafsjagd“ wurde mir von einem Mädchen empfohlen auf dessen Geschmack ich jederzeit schwören und alle drei Hände ins Feuer halten würde.

Der Einsieg gestaltete sich für mich etwas holprig, aber es dauerte nicht lange und ich verliebte mich in Murakamis Stil. Seine Erzählweise hat etwas so alltägliches und zuweilen banales, dass man sie eigentlich langweilig finden müsste. Allerdings schafft er es mit eigensinnigem Humor, einer ausgefallenen Wortwahl und Vergleichen diesem alltäglichen Anstrich in mir eine enorme Sehnsucht nach seiner aufgebauten Welt zu entfachen.
Dabei scheint die eigentliche Handlung vollkommen in den Hintergrund zu rücken, auch wenn ihre Prämisse sehr klar in der Ferne schimmert: Das Schaf mit dem Stern auf dem Rücken will gefunden werden. Dennoch kam es beim Lesen gar nicht auf diese Prämisse an. Was ich an dem Buch bemerkenswert finde, war die fluffige Leichtigkeit mit der Murakami es schafft mit eine Welt zu präsentieren in der ich das Gefühl habe vollkommen in der Gegenwart zu sein, völlig in zwischen den Details seiner Erzählung versunken zu sein.